ein Ausflug über Land in Polen

von Stuttgart nach Kuzaj

Kilometer um Kilometer, endlos scheint die Autobahn an diesem Sommertag.
Gäbe es einen Titelsong für unsere kleine Reise, wäre es wohl „Theo, wir fahrn nach Lodz“.
Wir sind eingeladen, Freunde im polnischen Kuzaj zu besuchen. Einem winzigem Dorf, in der Woiwodschaft Łódź.

Begrüßt werden wir am Ortseingang von einer Schar Hühner, die laut gackernd über die  Straße laufen. Ein paar Frauen stehen am Straßenrand und sehen uns neugierig nach, in einem Vorgarten werden die Sonnenblumen, von einer jungen Frau mit einem Baby auf dem Arm, gegossen. Ländliche Idylle pur in

Kuzaj

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Unsere Gastgeber haben uns die polnische Gastfreundschaft zu schmecken gegeben, es gab hausgemachte Pierogi, (die ein bisschen an unsere schwäbische Maultasche erinnern) und Kuchen und Fleisch und noch mehr Kuchen und dann noch Tee und Schinken und Tomaten und Wodka.

Vollgestopft und glücklich schauen wir zu, wie der Mond am sternenklaren Himmel aufgeht. Lange habe ich nicht mehr soviele Sterne und Satelliten gesehen.

Am nächsten Tag geht es in den Wald…

sobald sich der Nebel verzogen hat, können wir das tun, worauf ich mich schon lange freue: Pilze suchen und Blaubeeren sammeln.

Die Umgebung von Kuzaj lädt zum wandern ein, zum Radfahren und zum faulenzen.
Oder aber, einen Besuch auf dem Hof gegenüber zu machen:

aber wir sind ja ncht nur zum wandern hier, wir möchten auch die diesjährige Kulturhauptstadt Breslau besuchen.

Breslau

Wir haben einen Parkplatz neben dem „Raclawicka Panorama“ gefunden, unser Freund macht uns darauf aufmerksam, dass hier eine berühmte Schlachtendarstellung der polnischen Geschichte gezeigt wird, aber ich möchte das heutige Breslau kennen lernen. Beim kleinen Fußweg an der mit Gräsern bepflanzten Promende hat man schon einen schönen Blick auf die Oder und den ältesten Teil von Breslaus Altstadt, die Dominsel.

Bootstour auf der Oder durch Breslau

und natürlich die Aussicht vom Breslauer Dom genießen

der Besuch im Botanischen Garten von Breslau ist auf viele Arten inspirierend

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noch mehr Gesichter von Breslau

und dann geht es auch schon wieder nach Hause

vorbei an der Ziege und den Hühnern, noch fix getankt, das Proviantpaket und die Geschenke unserer Gastgeber verstaut (4kg Tomaten, 3 Flaschen Wodka, 36 Eier…)

ich vermittle auch gern auf Wunsch den Kontakt 🙂 Künftig soll das Häuschen an Feriengäste vermietet werden.

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Auf dem E-9 / Küstenwanderweg in Spanien von Llanes nach Vidiago

Teilstück von Llanes bis Andrin, etwa 2Stunden

auf E9 / Rota Vicentina von Almograve in Richtung Zambujeira do Mar

Heute teilen wir uns auf, Petra und Christian sind in Zambujeira do Mar gestartet, wir in Almograve.

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Am Fischerhafen hinter Zambujeira do Mar

Ab Almograve führt der Wanderweg erstmal über eine sonnige Sandpiste, wem das zu langweilig ist, der findet hier noch 10 Fitness Stationen 🙂

Tief unter uns läuft ein Fischerboot in dem kleinen Naturhafen zwischen den Felsen ein, unser Weg wird zunehmend feinsandiger. Es läuft sich recht anstrengend, die Farbpalette der Natur entschädigt jedoch wieder für alle Anstrengungen.

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Der Sand leuchtet im Sonnenschein in den Farben von safrangelb über ziegelrot, manchmal ist er fast weiß wie Schnee. Dann wieder knirschen unter unseren Schuhen winzig klein zerriebene Muscheln. Kleine Felsformationen, die aussehen wie Kleckerburgen, wachsen aus dem Boden. Üppig Grün ist die Macchia, bunt und farbenfroh ihre Blüten. Die Brandung schlägt an die Felsen die hier bis zu 60m hoch sind.

Tief unter uns laden kleine feine, aber leider unzugängliche Sandbuchten, zum Verweilen ein. Vögel von winzigklein bis storchengroß begleiten uns. Möwen lassen sich vom Wind tragen.
Am Horizont gleiten Segelboote durch die Wellen während über uns Storch im Landeanflug zu seinem Nest auf dem vorgelagerten Felsen ist.
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Der zum Küstenschutz durch das Wäldchen umgeleitete Weg kommt uns gerade Recht, bietet er doch mal Erholung von schattenlosem Sonnenschein und feinem Wüstensand. Um die Wegführung brauchen wir uns auch hier keine Gedanken machen, dass Grün Blaue Wegzeichen vom “Rota Vicentina“ ist an den Abzweigungen gut sichtbar angebracht.

Das Pinien und Eukalyptus Wäldchen duftet in der Sonnenwärme. Es riecht nach Hustenbonbons und Tannennadeln, Thymian und Rosmarin. Die dicke trockene Nadelschicht unter den Schuhen fühlt sich ein bisschen an wie ein Trampolin.

Wieder führt uns der Weg Richtung Küste, als wir die hohe Sanddüne sehen kommt uns das Lied der “EAV“ aus den 80ern in den Sinn: “wie eine Fata Morgana…“ Dann aber stehen wir oben und genießen die herrliche Aussicht auf auf die vorgelagerten Felsen und die darauf nistenden Störche. Im fernen Dunst ist der Leuchtturm zu erkennen, Steilküste und Landschaft setzen sich fort soweit das Auge reicht.

Vila Nova de Milfontes, “sind wir hier richtig?“

Für unsere nächsten Wanderungen haben wir heute unser neues Feriendomizil bezogen, das Haus “Mezzanine“ in Vila Nova de Milfontes.
Gebucht haben wir bei Wimdu ein Haus mit zwei Etagen – an der Adresse stehen wir vor einem hübschen weiß gelbem Häuschen, dass es offenbar nicht sein kann:

Der Vermieter hat großen Spaß an unserer Überraschung als er die Tür öffnet: drinnen hat das Haus viel mehr Raum, als man von außen vermutet. Im Keller ist die Küche, im Erdgeschoss 2 Schlafzimmer und das Bad und auf der Galerie noch eine gemütliche Sitzecke und ein weiteres Schlafzimmer. Aber das Schönste ist für uns die Dusche Draußen unter freiem Himmel.

Odeceixe Rundwanderung über Land, auf E9 und seinem Teilstück auf dem “Rota Vicentina“

Heute nur was Kleines, 9km sind angegeben für die

Odeceixe Rundwanderung über Land, auf E9 und seinem Teilstück auf dem “#Rota Vicentina“

Wir wandern mit der Karte von “WIP Wandern in Portugal“
Der Weg ist eingezeichnet auf einer Kopie von Militärkarten, diese sind erhältlich in Vila do Bispo,  Militär geografisches Institut, Livraria Papelaria José Rosado, Rua Commandante Matoso 27
Wir möchten nach unserer Wanderung direkt in den Atlantik springen.  So starten wir unsere heutige Wanderung am „Praia de Odeceixe“.

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Die ersten Sonnenschirme werden von frühen Strandbesuchern aufgespannt, wir schnüren unsere Wanderschuhe und schauen von oben auf den Strand, die Felsen und das Flussdelta des Riba de Odeceixe.

Wie wandern am Rand der noch wenig befahrenen Straße am Fluss entlang, später weist uns die grün blaue Wegmarke vom #“Rota Vicentina“ den Weg und es geht über einen Feldweg nach Odeceixe.

Hier ist alles mit Girlanden geschmückt, es sieht nach einem Weinfest aus. Als wir die Wegmarken im Ort vor lauter Schauen aus den Augen verlieren, hilft uns eine freundliche junge Frau auf portugiesisch, englisch und mit Händen und Füßen weiter. Wenig später treffen wir sie nochmal und es stellt sich heraus, dass sie zu dem bezaubernden Hotel “Casas do Moinho“ gehört.

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Noch zweimal ums Eck und den Hügel rauf, da stehen wir auch schon vor der Mühle. Drinnen begrüßt uns ein alter Mann mit lustig blitzenden Augen. Eintritt will er keinen, erzählen würde er jedoch gern mit uns. Leider sprechen wir kein portugiesisch und auch spanisch hilft hier nicht weiter.

Mittlerweile steht die Sonne recht hoch, unter unseren Füßen haben wir jetzt Kopfsteinpflaster. Die rot weiße Wegmarke für den Fernwanderweg sehen wir schon von weitem, im Näherkommen dann auch den Wegweiser für unseren E9 der hier auf dem GR 11 verläuft.
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Jetzt beginnt eine reizvolle Wanderstrecke entlang des Kanals. Uns begegnen unzählige winzige braune Vögel, eine Wasserschlange, zwei grüne Frösche und sogar eine Schildkröte. Es duftet nach Pinien und Heu. An kleinen Brücken stehen Vorsichtschilder die auf Radfahrer hinweisen. Unser Wanderweg ist prima ausgewiesen.

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Später geht es dann ein gutes Stück über einen asphaltierten Feldweg ehe wir dann endlich ans Meer kommen.
Der erste Ausblick nimmt uns fast den Atem. Über sandige Wege geht es durch Dünen, das Bauch Beine Po Programm ist heute umsonst. Blüten in aller erdenklichen Farben und Formen bringen uns zum Frohlocken, wir kommen und schon fast doof vor. Kein Gärtner könnte so etwas schönes so vollkommen anlegen. So geht es weiter die nächsten 4 km.
Habe ich schon die brütenden Störche auf den Felsen erwähnt oder den Bach der von den Klippen in den Atlantik stürzt?

Bevor wir vollends überschnappen erreichen wir den Strand von Odeceixe und die Realität hat uns wieder. Der Strad ist für hiesige Verhältnisse berstend voll, ab in die Fluten und dann ist auch schon eine weitere schöne Wanderung durch Portugal beendet.

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Aljezur

Wir stehen auf dem höchsten Punkt von Aljezur, inmitten der Überreste der maurischen Burg aus dem. 10.Jahrhundert.
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Als hätte ein Riese weiße Bausteine den Hang hinab gerollt, bilden die Häuser Gassen und Plätze zu einer lebendigen Kleinstadt. Von hier oben kann man gut weit übers Land des Nationalparks “Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina“ schauen.

 

Vorbei am einstigen Waschplatz und Brunnen gehen mein Freund und ich den Hügel weiter hinab, der Duft nach frischem Brot steigt mir in die Nase. In dem winzigen Verkaufsraum der Backstube liegen mir unbekannte Gebäckstücke. Mein portugiesisch reicht nur aus um meine Auswahl mit der fröhlich lachenden Bäckerin nach Optik und “É doce?“ (ist es süß?) oder “É salgado“ (ist es salzig) zu treffen.

Bepackt mit warmen Weißbrot und einer Auswahl an kleinen Backwaren kommen wir an einem Schaufenster vorbei, daß Axel sofort in seinen Bann zieht: Hemden und Miederwaren, Bänder und Herrenstrümpfe bilden eine Dekoration, die völlig aus der Zeit gefallen scheint. Wir treten in das kleine Lädchen und stehen im dämmrigen Restsonnenlicht daß noch so eben seinen Weg hinein findet.
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Hinter dem voll gepackten Ladentisch sitzt eine alte Dame und schaut erschreckt zu uns auf. Eilig wünschen wir einen guten Tag, wahrscheinlich kommen nicht all zu oft Touristen zu ihr und dann noch so große. Nachdem die Señora sich auf ihren Stock gestützt aufgerichtet hat, ist sie etwa halb so groß wie ich.
Der kleine Laden ist gefüllt mit Waren aus drei Jahrzehnten, aber ganz sicher nicht aus diesem.
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Als Axel ihr dann aber auf spanisch und mit Händen und Füßen erklärt, dass es gern das Hemd aus dem Fenster kaufen würde, erwacht ihr Verkäuferinnenherz. Ein Spiegel muss her, aber nicht so ein kleiner für den Señor. Da öffnet sie uns die Tür zum Nebenraum und es verschlägt uns die Sprache.
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Ein Friseur Salon wie aus einem Bilderbuch der 50er Jahr. Liebevoll gepflegt und geputzt, mittendrin das Rad des Meisters. Die Señora, seine Witwe, bewahrt sich auf diese Weise sein Andenken. Ist das nicht eine schöne Liebesgeschichte?

Noch ein paar Bilder von Aljezur und dem gut markiertem E9:

 

Detail Informationen zum Wanderweg E9 auf www.E-9.info

Unsere Ferienwohnung bei Alice Apfel

Mit unserer Unterkunft haben wir wieder einmal Glück, viel Raum für unsere vier platzbedürftigen Egos, dazu einen Pool und noch einen Fitness Raum. Beides haben wir immer noch nicht ausprobiert, dafür liegt die Wohnung viel zu gut für unseren Wanderurlaub. Frau Apfel, die Vermieterin, wohnt gleich neben an und ist wirklich reizend. Das sie deutsch mit leicht bayerischem Zungenschlag spricht, macht alles noch viel einfacher.

 http:// www.apartamentosapfel.com
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Eine Wanderung im Hinterland des Algarve, am Stausee von Bravura

Bis zu dieser Reise war es für mich immer “die“ Algarve, aber der Autor -Claus Frank- dessen Wanderführer ich heute in meiner Hand halte, nennt das Gebiet konsequent “den“ Algarve.

Wie auch immer, heute wollen wir eine Tour aus diesem Büchlein wandern und wählen die Wanderung am Stausee von Bravura. Liegt es an der Wärme oder an den vielen Eindrücken, wir finden den genannten Startpunkt einfach nicht. Dafür fahren wir über Feldwege durch schöne Olivenhaine und Korkeichen Wälder. An einem Café an der Staumauer stellen wir schließlich das Auto ab und wollen statt der Rundwanderung eine “Hinundherwanderung“ machen. Der Fluss Odiáxere wird hier zur Stromerzeugung mit einer 36m hohen Staumauer zu einem sich immer wieder verzweigenden See gestaut. Türkis leuchtet das Wasser neben dem grün der Eukalyptusbäume.

Nach drei Stunden sind wir 4 uns einig, genug Schwüle und ausreichend stechende Fliegen, zurück an den Atlantik.